Hochzeitsfotos in Schwarz-Weiss?

Hallo, heute schreibe ich über ein Thema welches eigentlich sehr langweilig ist, aber mir in meinem Leben als Hochzeitsfotograf immer wieder begegnet. Und zwar: das Konvertieren von farbigen Fotos in schwarz-weiss. Das letzte mal als ich darüber gesprochen habe, saß ich mit einem Hochzeitspaar in Stuttgart in einem gemütlichen Café und kramte meine Weisheiten zur „richtigen“ Schwarzweisskonvertierung von Hochzeitsbildern aus dem Kopf. Ich war natürlich nicht der einzige Hochzeitfotograf den das Brautpaar angefragt hat, denn es war schon bei zwei Kollegen zum Vorgespräch. Bildtechnisch meinte die Braut, sei ich den anderen zwei um Längen voraus und ich wäre der Spitzenkandidat für ihre Hochzeitsreportage, nur das vergleichen der Angebote stellte sich als kleiner Stolperstein heraus…

Die Kollegen haben allesamt weit über 600 – 700 Bilder in ihren Paketen gehabt und dann noch zusätzlich ALLES IN SCHWARZWEISS! Zugegeben für Menschen die sich mit Hochzeitsfotografie oder Fotografie allgemein nicht beschäftigen, sieht mein Angebot mit etwa 300 Bildern und keinen „nochmal extra schwarzweiss Bilderbonus“, bei fast doppeltem Preis, recht dürftig aus. Auf die Anzahl der Bilder und wieso ich denke, dass etwa 300 händisch einzeln retuschierte Bilder pro Hochzeit genug sind, gehe ich in einem anderen Post auf meinem Hochzeitsblog ein. Heute geht es um dieses Schwarzweiss.

Ich habe dem Brautpaar erklört dass es zwei Möglichkeiten gibt Schwarzweissbilder zu erstellen. Einmal die schnelle unkomplizierte und völlig automatische Konvertierung über Lightroom, bei der man zwei Knöpfchen drückt und der MacPro rattert die ganze Hochzeit noch einmal durch und entzieht, komplett die Sättigung. Thats it. Vielleicht stellt man noch als schlauer Hochzeitsfotografen Fuchs den Kontrast ein wenig höher dass die Fotos ein wenig mehr Bums haben, aber im Großen und Ganzen wars das. Die zweite Methode ist sich jedes einzelne Bild vorzunehmen und über die jeweiligen Farbkanäle und Helligkeitsabstufungen das Beste herauszuarbeiten. Das ist natürlich sehr zeitaufwendig, erzielt aber bei weitem tausend mal bessere Ergebnisse als die vollautomatische Methode. Ich glaube kaum dass die Kollegen mit dem Bonus SW Angebot jedes der 600-700 Bilder manuell umwandeln. Der Zeitaufwand stünde in keiner Relation…

Jedes Hochzeitsfoto ist anders und besteht aus verschiedenen Farben, Tonwerten und Helligkeistabstufungen. Wenn man es richtig machen will sollte man unbedingt die manuelle Methode wählen um das Beste aus seinem Material herauszuholen. Unten dran habe ich euch ein Beispielbild gepostet, welches in in Frankfurt auf einer Hochzeit fotografiert habe. Ich hoffe auch Ungeübte sehen den Unterschied genau 🙂

Hochzeitsfotos-in-schwarzweiss-2
Original Farbfoto aus der Kamera

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Vollautomatische Methode per Photoshop/Lightroom. Sättigung komplett runter und bisschen Kontrast dazu.

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Manuelle und zeitaufwendige Konvertierung des Hochzeitsfotos in Schwarzweiss! WOW wie hübsch hehe

Nachdem ich dem Brautpaar das so erklärt habe war mein Angebot doch nicht so schlecht 🙂 Ich fotografiere jetzt nächstes Jahr ihre Hochzeit in Stuttgart. Die Wahl ihres Hochzeitsfotografen werden sie bestimmt nicht bereuen.

7 Gedanken zu „Hochzeitsfotos in Schwarz-Weiss?

  1. Kirill

    Sehr gut und vor allem richtig geschrieben, Kollege! 😉
    Auf dem Papier steht in den Angeboten „Bearbeitung“ bei den meisten Hochzeitsfotografen. Aber jeder meint was Anderes darunter, da müssen sich die Paare etwas Mühe geben und nicht nur die Angebote, sondern auch die Bilder vergleichen.

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  2. Thomas Brunner

    Hallo Ondro,

    ich stimme dir vollinhaltlich zu!!
    Genau so erkläre ich es auch immer meinen Kunden die meinen, die Bilder in Farbe, S/W und Sepia bekommen zu wollen.

    Außerdem muss man ja sagen, dass nicht jedes Bild in S/W gut ausschaut!

    Grüße aus Österreich, Thomas

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  3. Birke

    Jepp, genau das erkläre ich meinen Hochzeitspaaren auch immer. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Eine s/w – Umwandlung der Hochzeitsfotos à la „Onkel Bob“ braucht keiner.

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